
Nehmen wir nur dieses Beispiel von der Website für das Projekt »Brustkrebs und Umweltrisikofaktoren« der Cornell University:
Die Frage »Ist ionisierende Strahlung ein Grund für Brustkrebs?« beantworten die Experten von Cornell mit »Ja« und erklären: »… das Gewebe der weiblichen Brust reagiert sehr empfindlich auf eine Strahleneinwirkung.« Doch dann spielen sie die möglichen Gefahren der Mammografie-Röntgenstrahlen mit den Worten herunter, das Risiko … »sollte bei der persönlichen Entscheidung, eine solche Untersuchung vornehmen zu lassen, keine Rolle spielen. Dasselbe gilt für die meisten diagnostischen Röntgenuntersuchungen.«
Als wäre diese Aussage nicht schon verwirrend genug, heißt es nun weiter: »Trotzdem sollte man es vermeiden, sich unnötig einer Strahlenbelastung auszusetzen, es muss ständig sorgfältig darauf geachtet werden, dass der Nutzen eines bestimmten Verfahrens die langfristigen Risiken überwiegt.«
Warum Bestrahlung Brustkrebs verursacht
Der gesunde Menschenverstand sagt einem, dass es für die Sorge, eine Bestrahlung könnte Brustkrebs verursachen, eine Menge Gründe gibt. Jetzt gibt es einen neuen Grund zur Beunruhigung, denn Forscher am Lawrence Berkeley National Laboratory (Berkeley Lab), einem Institut des US-Energieministeriums, haben entdeckt, dass die Einwirkung ionisierender Strahlung die Mikroumgebung (die Umgebung der Zellen) verändern kann. Damit steigt die Gefahr, dass neugebildete Zellen krebsartig verändert werden.
Der Grund dafür ist darin zu sehen, dass die durch Strahleneinwirkung veränderten Signale der Mikroumgebung einer Zelle zur Veränderung des Phänotyps einer Zelle (der sich aus den biochemischen und physikalischen Charakteristika zusammensetzt) führen kann, indem sie die Art, wie eine Zelle ihre Gene einsetzt, reguliert oder außer Kontrolle geraten lässt. Das Ergebnis kann eine Zelle sein, die sich nicht nur präkanzerös verändert, sondern diesen prämalignen Zustand an neu gebildete Zellen weitergibt.
»Unsere Arbeit zeigt, dass Strahlung die Mikroumgebung der Zellen des Brustgewebes verändern kann, was dann wiederum das Wachstum abnormaler Zellen eines dauerhaften Phänotyps möglich machen kann, der das deutlich erhöhte Potenzial birgt, kanzerös zu sein«, so Paul Yaswen, ein Zellbiologe und Brustkrebsforscher an der Abteilung Biowissenschaften am Berkeley Lab, in einer Pressemitteilung.
»Viele Krebsforscher, besonders Radiobiologen, haben nur zögerlich die Vorstellung anerkannt und in ihre Arbeit integriert, dass Zellen in menschlichem Gewebe keine unabhängigen Einheiten darstellen, sondern dass sie untereinander und mit ihrer Mikroumgebung auf vielfältige Weise kommunizieren«, heißt es weiter.
Für ihre Studie haben Yaswen und seine Forscherteams humane Brustdrüsen-Epithelzellen (Human Mammary Epithelial Cells – HMCEs) benutzt, das sind die Zellen, welche die Gänge der Brustdrüse auskleiden, in denen die meisten bösartigen Brusttumoren entstehen. Im Reagenzglas weisen die meisten HMCEs einen Phänotyp auf, der ihnen eine fünf- bis 20-malige Teilung erlaubt, bis sie gewissermaßen altersschwach werden oder zur Teilung nicht mehr fähig sind. Es gibt jedoch einige Varianten dieser Zellen, die einen Phänotyp aufweisen, der sie in der Kultur mehrere Wochen lang in die Lage versetzt, sich zu teilen. Diese Art von Brustkrebszellen, die als vHMCE-Phänotyp bekannt ist, taucht spontan auf und ist anfälliger für Malignität, weil ihr das als p16 bezeichnete tumorhemmende Eiweiß fehlt.
Um herauszufinden, wie sich die Strahleneinwirkung auf die Zellumgebung auswirkt und wie sie möglicherweise das künftige Verhalten einer Zelle beeinflusst, haben die Forscher am Berkeley Lab etwa eine Woche lang im Reagenzglas Proben von HMECs aus normalem Brustgewebe gezüchtet. Dann setzten sie jede Probe einer einzigen Behandlung mit einer niedrigen bis mäßigen Bestrahlung aus und verglichen anschließend die bestrahlten Zellen mit Proben von nicht bestrahlten Brustzellen.
Die soeben im Online-Journal Breast Cancer Research veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass die normalen Brustkrebszellen vier bis sechs Wochen nach der Strahleneinwirkung weit früher die Teilung eingestellt hatten, als dies normalerweise der Fall gewesen wäre – und dass diese vorzeitige Zellalterung den Zuwachs von vHMECs beschleunigt hatte.
»In dem Maße jedoch, wie die normalen Zellen durch die Strahleneinwirkung dazu gebracht wurden, vorzeitig zu altern und die Teilung einzustellen, entstand Raum für epigenetisch veränderte Zellen, den andernfalls normale Zellen ausgefüllt hätten. Mit anderen Worten: Die Strahleneinwirkung förderte das Wachstum präkanzeröser Zellen, indem die Zellumgebung günstiger für deren fortgesetztes Wachstum wurde«, erklärt Yaswen in der Pressemitteilung.
Die Forscher wiesen darauf hin, dass die in ihren Experimenten verwendeten Strahlendosen geringer waren als die, welche eine Frau bei einer einzelnen Routine-Mammografie erhält, jedoch vergleichbar mit der Strahlenmenge, der eine Frau bei einer Computertomografie oder einer Strahlentherapie ausgesetzt sei – dies »könne ein Grund zur Beunruhigung sein«.
Natürlich werden Frauen sehr häufig zu einer jährlichen Mammografie gedrängt, wodurch ihre Gesamt-Strahlenbelastung im Laufe der Jahre steigt. Bereits frühere Forschungen haben zwingende Beweise für einen Zusammenhang zwischen Mammografie und Brustkrebs erbracht.
So wurde beispielsweise in einem in Archives of Internal Medicine des Amerikanischen Ärzteverbands veröffentlichten Bericht beschrieben, dass der Beginn des Mammografie-Screenings in Europa mit einem Anstieg der Brustkrebs-Häufigkeit in Verbindung gebracht wird. Eine im Journal of the National Cancer Institute veröffentlichte Studie der Johns Hopkins University hat ergeben, dass die Strahleneinwirkung bei Mammografien bei Frauen mit einem genetisch erhöhten Brustkrebsrisiko bösartige Tumoren auslösen könnte.
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20146798
http://envirocancer.cornell.edu/factsheet/physical/fs52.radiation.cfm#mammog
Quelle: NaturalNews
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